Archäologische Funde in Johannisberg

 

 

   
Grabhügel

 

 

Unter anderem im Johannisberger Walddistrikt "Sang" finden sich Grabhügel aus der Späthallstattzeit. Des Weiteren in den Distrikten 2, 12, 13, 14 ,15, 17 und 21.

Entdeckt: Mitte des 19.Jahrhunderts
Finder: unbekannt (verm. Gemeindearbeiter)
Fundort: Walddistrikt Sang 1
Bronzearmringe der späten Hallsteinzeit
aus einem Grabhügel bei Johannisberg
Bei Kulturarbeiten im Sang 1 wurde Mitte des 9. Jahrhunderts ein Grabhügel entdeckt und abgeräumt. Unter anderem fanden sich darin 23 ganze und 4 zerbrochene Armringe aus Bronze von 2 1/2 bis 2 7/8 Zoll Durchmesser. Die Armringe wurden damals für das Museum Wiesbaden (Sammlung Nassauischer Altertümer) erworben.
   
Römisches Rebmesser
 
Entdeckt: 7.4.1979
Finder: Armin Fischer
Fundort: Im Garten der Elstermühle

 

Rebmesser, römisch, Länge 8 cm
3. Jahrhundert n. Chr.
Bei Ausschachtungsarbeiten in seinem Garten fand Armin Fischer 1979 dieses römische Rebmesser. Das Messer befindet sich heute im Rheingauer Weinmuseum Brömserburg.

Römische Winzermesser, die im Rheingau gefunden wurden, bestätigen den Glauben von Oenologen, dass der Weinbau hier ursprünglich schon vor der Zeit von Karl dem Großen betrieben wurde.

Solche Rebmesser waren noch lange Zeit gebräuchlich und wurden erst im letzen Viertel des 19. Jahrhunderts durch stählerne Rebscheren abgelöst.

 

   
Burganlage

 

 

Die ehemalige Burganlage ist durch Grabungen und historische Nachrichten nachweisbar und gilt als Karolingisch-ottonische Gründung. Sie diente wohl einst als Stammsitz der Gaugrafen.

Heute sind von der einstigen Burganlage nur noch Spuren von Fundamentgräben und Mauerschutt erhalten.

   
 

 

Beingrube eines ehemaligen Friedhofs
1962    

Johannisberg, Winkeler Straße, Neubau Metternich/Labonte

Bei der Anlegung einer Trinkwasserzuleitung von der Winkeler Straße Ecke Poststraße zum vorerwähnten Neubau wurde eine Beingrube angeschnitten, die in der örtlichen Tradition nicht bekannt war. Die Grube beginnt in einer Entfernung von 9m von der Nordseite des Vorbaus an gemessen und hat gegen Aorten eine lichte Weite von 6,20 m. Die Sohle liegt 2 m unter Geländeniveau. Aus Gründen der Pietät beschränkte sich die Untersuchung lediglich auf den Bereich des 0,60 m breiten Kanalgrabens,. Eine Anzahl Schädel und Beinknochen wurde zur näheren Bestimmung dem anthropologischen Institut der Universität Mainz zugeleitet.

Offenbar handelt es sich hier um eine Beingrube, die hei der Exhuminierung eines Friedhofs in einem Arbeitsgang angelegt wurde. Der Skelettkomplex enthält Knochen beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters. Wenn auch die Röhrenknochen alle in flacher Lage vorgefunden wurden, so waren sie doch wahllos mit den Schädeln, Beckenknochen usw. vermischt. Es fanden sich keine Unterkiefer, Wirbelknochen und Rippen. Nach der ehemaligen Überführung der Skelettteile in diese Grube waren, sie mit einer 70 cm starken Schicht Erde abgedeckt worden.

Der jetzige Friedhof, der im Hang zum Johannisberger Grund liegt, soll um 1840 angelegt worden sein. Sein Vorläufer ist an der Nordseite der Basilika am Kloster Johannisberg nachgewiesen. Demnach dürfte die jetzt gefundene Beingrube von einem drittälteren Friedhof Johannisbergs herstammen.

Dieser wurde auch in unmittelbarer Nähe, nach Westen zu gelegen, bei dem Ausheben eines weiteren Kanalisationsgrabens und ebenfalls auf dem Gelände des Grundstücks Metternich-Labonte, einige Wochen später gefunden. Hier fanden sich noch mittelalterliche Gräber in situ vor. Dazu ein Stück Friedhofsmauer als südöstliche Begrenzung. Gegenüber am nördlichen Straßenrand steht die Schule von Johannisberg.

 

Neolithische Abfallgruben
1962

Johannisberg, Winkeler Straße, Neubau v. Metternich/Labonte

Bei dem Ausheben von Kanalisationsgräben wurde eine neolithische Kulturschicht an zwei Stellen angeschnitten. Das Ausmaß derselben festzustellen war leider nicht möglich. In beiden Fällen handelt es sich um Abfallgruben, über deren Formen und Maße näheres nicht ausgesagt werden kann. Die Sohle der Gruben lag jeweils 30 cm unter dem Geländeniveau, die oberen Ränder waren wegen einer früheren Weinbergsrodung nicht mehr zu ermitteln. Die Grubeneinfüllungen bestanden aus braun-schwarz verfärbter Erde und waren in dem unteren Horizont von fettig-zäher Struktur. Vermutlich handelt es sich aufgelassene Materialentnahmestellen, die zuletzt als Abfallgruben und wahrscheinlich auch als Sausuhle benutzt wurden.

Das Fundmaterial aus beiden Gruben ist einheitlich.

Es bestand aus:
  • 100 gefristeten Lehmbrocken, teilweise mit Astwerkeindrücken,
  • 100 Holzkohlenstücke,

  • 13 Scherben von Voratsgefäßen, teils mit Ösen und Stolten versehen

  • 2 Stück feuerverfärbte Kieselknollen,

  • 50 Scherben von kleineren und mittleren Kümpfen,

  • 1 Klingenansatzstück mit Schlagbuckel aus schwarz- braunem Silex.

Die Scherben von den Kümpfen tragen eine handkeramische Verzierung, zum Teil doppellinige Mäander mit Strichfüllung (Plaiderer Stil).

 

Aufbewahrungsort: Museum Rüdesheim.

 

     
 
     
 
     
 
 

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