|
Wie kommt
eigentlich der Bretzel in das Wappen der Bäckerzunft?
Brezel zählten zu den so genannten „Gebildbroten“ und sind antiken,
christ-lichen Ursprungs.
Ihr Name verweist über das althoch-deutsche "Brezitella" auf
das lateinische "Brachiatellium", zu übersetzen etwa mit "Ärmchen".
Der oder die
Brezel symbolisiert somit zum Beten verschränkte Arme.
Aus dem
römischen Ringbrot, das im frühen Christentum für das Abendmahl verwendet
wurde, entstand zunächst eine abgewandelte Form, bei der ein Arm - ähnlich
einer Sechs - über den Ring hinausragte. Den Schritt zur heute geläufigen
Brezelform stellte das aneinanderführen und verbinden der "einarmigen
Brezel" dar. Diese Herkunft sowie die enge Verbindung zum christlichen
Glauben erklärt, weshalb der Brezel als "heiligem Gebäck" besondere
Segens- und Heilkraft zugeschrieben wurde und
warum sich die Bäcker – nachweisbar ab 1111 - gerade für die Brezel als
Zunftsymbol entschieden haben.
Im Jahre 1323
verlieh Kaiser Ludwig von Bayern (1314 bis 1347) den Münchener Bäckern für
ihr Mitwirken und tapferes Verhalten in der „Mühldorfer Schlacht“ erstmals
das Recht, in das Wappen zwei gekreuzte Schwerter aufzunehmen. 1348 wurde
die Brezel zusätzlich mit der Böhmischen Königskrone überhöht und Karl der
V. verlieh im Jahr 1529 den Wiener Bäckern für ihre Verdienste während der
ersten Türkenbelagerung von Wien offiziell die beiden aufgerichteten
Löwen. |