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Im Gebiet des ehemaligen Rheingaukreises
wurde schon im Mittelalter Bergbau
betrieben.
Auch in der Gemarkung von Johannisberg war dies, wenn
auch nur für wenige Jahre, der Fall.
In dem Berg, gegenüber der "Schererschen Mühle" wurde
von der 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Brauneisenstein und Manganerz gefördert.
Das Amt Rüdesheim gestattet am 31. Dezember 1858 dem
Fr. Reinhard aus Limburg, dort ein Maschinengebäude nebst Dampfmaschine
zum Pumpwerk seiner Brauneisensteingrube im Walddistrikt Schlosswald zu
bauen.
1859 gab es zwei Zechenhäuser in dem Gelände östlich
der in Geisenheimer Feldmark gelegenen Schererschen Mühle.
Adolf
Reue, Besitzer eines dieser Zechenhäuser nutzte die Mühle zum Waschen der von ihm
gewonnenen Brauneisensteine. Von ihm, dem letzten Mühlenbetreiber, stammt auch der heutige Name "Reu´ssische
Mühle".
Das zweite Zechenhaus das "Consortium Schloßberg" gehört einem Limburger
Konsortium. 1869 werden in dessen Johannisberger Werk an Brauneisenstein gefördert:
1017,6 Tonnen. Der Taglohn der Bergarbeiter bei zwölfstündigem
Schichtdienst, einschließlich zweistündiger Ruhepausen, beträgt 1869 2 Mark
27-40 Pfennig und 1890 2 Mark 80 Pfennig bis 3 Mark.
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Die ersten beiden Gruben arbeiten mit je 6, die letzte zugleich für den
Manganerzabbau mit 20 Mann Belegschaft. Die Produktion hat einen Wert von
17 400 Mark.
Das "Consortium Schloßberg", baut außerdem
Manganerz ab, und zwar 1869: 520,5 Tonnen, 1879: 249,9 Tonnen, 1886: 2170
Tonnen, 1886: 975 Tonnen und 1890: 1500 Tonnen im Gesamtwert von 108 522
Mark.
Das Werk beschäftigt 1879: 11, 1886: 54, 1886: 23 und
1890: 38 Mann. Die Grube Schloßberg war noch bis 1902 in Betrieb.
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Der auf den Gruben am Südabhang des
Rheingauer Taunus im vergangenen Jahrhundert gewonnene Braunstein und
Brauneisenstein ging im wesentlichen als Farberz an chemische Fabriken
und nur in geringeren Mengen an die metallurgische Industrie.
Die Gruben "Consortium Schloßberg" bei
Johannisberg und "Höhrkopf" bei Aßmannshausen hatten zwischen 1860 und
1870 in ihrer besten Zeit zusammen zeitweise über 150
Belegschaftsmitglieder, von denen je die Hälfte im Bergbau unter Tage
mit der Gewinnung der Roherze und über Tage in den Aufbereitungsanlagen
beschäftigt waren.
Die in den Gruben gewonnenen noch recht
unreinen Erze wurden nämlich in Scheide- und Klaubeanlagen über Tage in
ihrem Erzgehalt durch Aushalten der unreinen Beimengungen wesentlich
angereichert, so dass sie zu dieser Zeit ein begehrtes Rohmaterial
besonders für die Farbenindustrie darstellten.
Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts
die ergiebigsten Teile der sekundären Erzvorkommen abgebaut waren und
die inzwischen entdeckten Teerfarbstoffe in größeren Mengen hergestellt
wurden, ging der Absatz der Gruben stark zurück, so dass zuerst die
kleineren Gruben zum Erliegen kamen, während die größeren Anlagen wie
"Consortium Schloßberg" und "Höhrkopf" ihr Leben bei laufend sinkender
Produktion und Belegschaftszahl noch bis zum Jahre 1902 bzw. 1910 fristen konnten.
Seitdem wird im Rheingaukreis kein
Eisenerzbergbau mehr getrieben.
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Der Bergbau im übrigen Rheingau
Die Dachschiefergruben, von denen einzelne
mit Unterbrechungen noch bis nach Ende des letzten Krieges im Betrieb
waren, liegen im wesentlichen im Wispertal. Nachdem hier früher bereits
an vielen Stellen Dachschiefer in Tagebauen und kleineren
Stollenbetrieben gebrochen worden war, erlebte dieser Bergbauzweig im
Laufe des vergangenen Jahrhunderts noch einmal eine Blütezeit. So waren
zeitweilig bis zu 70 Bergleute vorwiegend aus den Orten Espenschied,
Ransel und Wollmerschied auf den damals betriebenen
Dachschieferbergwerken beschäftigt.
Als Betreiber von Gruben und
Bergwerkseigentümer verdient die Familie Wilhelm zur Laukenmühle
besondere Erwähnung, an deren Namen noch heute das verliehene
Dachschieferbergwerk "Consol. Wilhelm" in der Gemarkung Geisenheim
erinnert, das im Jahre 1861 aus einer Consolidation (Zusammenlegung) der
kleineren Dachschieferfelder Wurzelberg, Schäfersberg, Wilhelm,
Wurzelgraben und Hohlberg entstand. Die Namen der verschiedenen Gruben
sind meist auf Flurnamen, teilweise aber auch, wie z. B. im Falle des
Feldes Wilhelm, auf den Betreiber zurückzuführen. -
So intensiv die
Bemühungen um den Aufschluss spaltbarer Schiefermittel und die
Fortführung der einzelnen Gruben auch waren, im Laufe der Zeit konnten
sie sich gegen die bessere Qualität und die günstigeren Lagerstätten-
und Transportverhältnisse der benachbarten Schieferbergbaugebiete im
Kauber und Mayener Raum nicht durchsetzen, so dass gegen Ende des
Jahrhunderts nach einer nochmaligen kurzen Belebung des Betriebs und
Absatzes in den Gründerjahren eine Grube nach der - anderen stillgelegt
werden musste.
So stellte im Jahre 1896 die Grube Bergmannshoffnung bei Wollmerschied,
1899 die Grube Anna bei Espenschied, 1902 die Grube Hubertus bei der Laukenmühle in der Gemarkung Geisenheim,
1907 die Grube Schloßgarten in
der Gemarkung Eltville und die Grube Jordan bei Ransel ihren Betrieb
ein.
Um 1920 wurde nochmals versucht, den Dachschieferbergbau im
Rheingaukreise zu neuem Leben zu erwecken. So wurden über jeweils
kürzere Zeit die Gruben Charlottenburg und Jordan bei Ransel sowie die
Gruben Beschwerlichkeit bei Espenschied und Bergmannshoffnung bei
Wollmerschied mit Belegschaften bis zu 20 Bergleuten noch einmal in
Betrieb genommen. Eine wirtschaftliche Gewinnung von Dachschiefer erwies
sich jedoch auf die Dauer als nicht möglich, so daß im Jahre 1928 die
Grube Bergmannshoffnung als letzte ihre Förderung wieder einstellte.
Im
Rahmen der Autarkiebestrebungen vor dem letzten Kriege wurden in den
Jahren 1936 und 1937 nochmals Arbeiten auf der Grube Beschwerlichkeit
vorgenommen, die jedoch auch nicht zu einem rentablen Betrieb führten.
Auch neuerliche Versuche, die nach dem Kriege auf den Gruben Dunkeldell
bei Lorchhausen und Hubertus bei der Laukenmühle unternommen wurden,
brachten keinen Erfolg, so dass es heute um den Schieferbergbau im
Wispertal still geworden ist, zumal auch die benachbarten, früher
blühenden Schieferbergbaugebiete mit Aufkommen des billigeren
Kunstschiefers und anderen Dachbedeckungsmaterials aus Kunststoffen
erhebliche Sorgen um die Wirtschaftlichkeit ihres Bergbaubetriebes
haben.
Währenddem Kurmainz Luftschlösser
baute, trieben Assmannshäuser Bergleute Stollen in die Erde und suchten
im Silberberg nach Bleiglanz, der einen geringen Silbergehalt hatte, und
später auch nach Mangan. 1431 wird der Silberbergbau erstmalig
erwähnt, 1437 taucht im Zusammenhang mit dem Bergbau zum ersten
Male der Niederwald auf, der später für das Aufblühen Assmannshausens so
große Bedeutung haben sollte. Der Bergbau, mit Ausnahme der erst vor
etwa 35 Jahren eingestellten Quarzitgewinnung, erlischt um die Mitte des 19. Jahrhunderts.
Neben den bereits
genannten beiden größeren Eisenerzbergwerken wurden noch die kleineren
Gruben Jägerhorn und Süßberg bei Mittelheim und die Grube Eisenloch bei
Aßmannshausen mit geringerer Belegschaft betrieben. - Nachdem gegen Ende
des 19. Jahrhunderts die ergiebigsten Teile der sekundären Erzvorkommen
abgebaut waren und die inzwischen entdeckten Teerfarbstoffe in größeren
Mengen hergestellt wurden, ging der Absatz der Gruben stark zurück, so
dass zuerst die kleineren Gruben zum Erliegen kamen, während die größeren
Anlagen Consol. Schloßberg und Höhrkopf ihr Leben bei laufend sinkender
Produktion und Belegschaftszahl noch bis zum Jahre 1910 fristen konnten.
Seitdem wird im Rheingaukreis kein Eisenerzbergbau mehr getrieben.
In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde auf dem Rothenberg
oberhalb von Geisenheim ein Vorkommen von Kaolin entdeckt, dessen
Ausbeutung nach mehreren missglückten Versuchen, das anstehende
Rohmaterial wirtschaftlich zu verwerten, kurz vor der Jahrhundertwende
durch den Industriellen C. Hugo Erbslöh aus Düsseldorf aufgenommen
wurde. Mit der Errichtung zweckmäßiger Aufbereitungsanlagen im Jahre
1896 wurde der Grundstock für das heute noch bestehende Unternehmen
geschaffen. Die Geisenheimer Kaolinwerke der Firma Erbslöh & Co. in
Geisenheim beschäftigen zur Zeit mehr als 100 Belegschaftsmitglieder. -
Der Rolikaolin wird auf mehreren Sohlen im Tiefbau und im Tagebau
bergmännisch gewonnen. Das Rohmaterial wird teilweise ohne weitere
Verarbeitung direkt abgesetzt, teilweise aber auch nach Durchlaufen von
Waschanlagen, Hydrozyklonen, Filterpressen und Trocknungsanlagen als
feinst geschlämmter Geisenheimer KaoIm besonders an die Papierindustrie
und die chemische Industrie verkauft.
Unter der Aufsicht der Bergbehörde standen im Rheingaukreis als
zweiter Betrieb noch der Quarzitbruch Niederwald bei Aßmannshausen der
Heinrich Koppers GmbH. in Düsseldorf. In dem Bruch wurde Felsquarzit als
Rohmaterial für die feuerfeste Industrie der Eigentümerin gebrochen und
zur Herstellung von Schamotte- und Silikasteinen zur Auskleidung von
Koksöfen und metallurgischen Anlagen verwendet.
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