Johann Wolfgang von Goethe

Gast auf dem Johannisberg

1749-1832    
     
Goethe war während seiner vielen Reisen auch wiederholt Gast auf dem Johannisberg.
Erstmals weilte er vom 1. bis 8. September 1814, als Gast von Franz und Antonie Brentano in deren Haus, am Fuße des Johannisbergs, in Winkel. Am 2. September 1814 wanderte Goethe vom Brentanohaus über Schloss Vollrads nach Schloss Johannisberg.
     
Im Jahr darauf, 1815, weilte Goethe zur Kur in Wiesbaden und fuhr am 19. Juli zur Feier der Übergabe des Schlosses an das österreichische Kaiserhaus erneut nach Johannisberg. Auch für das Jahr 1816 war eine Sommerreise "ins Rheingau" geplant. Den Bruch eines Rades an seinem Reisewagen der diesen zum umstürzen brachte wertete Goethe jedoch als schlechtes Vorzeichen und verschob die Reise. Dadurch sah er den Rheingau nie mehr wieder...
     
In seinem Tagebuch "Im Rheingau Herbsttage" hielt er u.a. 2 Jahre später auch die Erinnerungen an seinen Besuch auf dem Johannisberg fest.
     
Aus seinem Leben:

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 als Sohn des Kaiserlichen Rats und Doktors der Rechte Johann Caspar Goethe und seiner Frau Catharina Elisabeth, geb. Textor, in Frankfurt am Main geboren, Von seinem dritten bis zum sechsten Lebensjahr besuchte er eine Spielschule, ehe er unter der Aufsicht seines Vaters privat unterrichtet wurde. Durch sein Elternhaus sammelte Goethe bereits während seiner Kindheit Eindrücke des politischen Zeitgeschehens.

Im Oktober 1765 begann er in Leipzig das Studium der Rechtswissenschaft, das er bis 1768 betrieb. In dieser Zeit prägten den jungen Goethe vielerlei Bekanntschaften, wie etwa die zu dem Zyniker Ernst Wolfgang Behrisch. Bei Adam Friedrich Oeser nahm er Zeichenunterricht. Goethe lernte die Werke Johann Joachim Winckelmanns kennen, den er bald verehrte.

Goethes erste literarische Versuche waren noch deutlich vom Rokoko geprägt. Von herausragender Bedeutung war seine Bekanntschaft mit Annette Käthchen Schönkopf, in die er sich heftig verliebte. Ihr widmete er sein Schäferspiel " Die Laune des Verliebtem", das in den Jahren 1767/68 entstand und seine eifersüchtige Liebe zu ihr beschrieb. 1768 wurde Goethes Studium durch einen Blutsturz unterbrochen. An seinem Geburtstag verließ er Leipzig, um sich in Frankfurt zu kurieren. Seine Genesung dauerte eineinhalb Jahre. Goethe befasste sich nun mit Pietismus und Mystik, darin bestärkt durch Susanna Katharina von Klettenberg, eine Freundin seiner Mutter, die ihn während seiner langen Krankheit pflegte.

1770 ging Goethe nach Straßburg, wo er die entscheidende Begegnung mit Johann Gottfried Herder hatte, der ihn für den Sturm und Drang gewann. In Straßburg verliebte sich der junge Dichter in die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion, der er seine 1771 entstandenen Gedichte widmete.

Am 6. August 1771 promovierte Goethe zum Lizentiaten der Rechte. Anschließend kehrte er nach Frankfurt zurück, wo er als Rechtsanwalt beim Schöffengericht tätig wurde. Als Praktikant am Reichskammergericht zu Wetzlar lernte er Charlotte Buff kennen und lieben.

In den Jahren 1772 bis 1774 entstanden Goethes bedeutendste Werke des Sturm und Drang. Der »Urfaust«, »Prometheus«, »Mahomet«, »Pilgers Morgenlied«, »Elysium,<, vor allem aber ~Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand« und »Die Leiden des jungen Werthers«, ein Briefroman, der ihn über Nacht zum gefeierten und vielleicht bekanntesten Dichter jener Jahre machte. Das Buch, dessen Held sich das Leben nimmt, zog eine wahre Selbstmordwelle nach sich, Das Vorbild für die weibliche Hauptfigur »Lotte« war Charlotte Buff. Goethe selbst war es später lästig, immer als der Verfasser des »Werther« identifiziert zu werden.

Im April 1775 verlobte sich der inzwischen Fünfundzwanzigjährige mit Lili Schönemann. Kurz darauf reiste er erstmals in die Schweiz, wo er Johann Kaspar Lavater besuchte. Auf dieser Reise entstanden unter anderem sein Gedicht »Auf dem See« und erste Arbeiten am »Egmont«. Bereits im September 1775 löste Goethe wieder sein Verlöbnis und folgte einer Einladung des Herzogs Karl August nach Weimar.

Dort lernte er neben bedeutenden Männern seiner Zeit auch eine Frau kennen, die ihm viel bedeuten sollte: Charlotte von Stein. Seine Beziehung zum erst 18jährigen Herzog entwickelte sich bald zur engen Freundschaft, Goethe wurde in den »Weimarischen Musenhof« aufgenommen und er entwickelte einen außerordentlichen Arbeitsdrang. Am 11. Juni 1776 trat der junge Dichter in den Weimarer Staatsdienst ein. Geheimer Legationsrat, Chef des Bergbaus, Leiter des Gartenbaus, Direktor für Kriegskommission und Wegebau und Finanzminister, dies waren die Stationen des Beamten Goethe, der seine Karriere mit Talent und Zielstrebigkeit verfolgte.

1776 war auch das Jahr, in dem Goethes Freund Herder an den Weimarer Hof kam. Die beiden wurden schon bald zusammen mit Christoph Martin Wieland die »Drei Weimarer Riesen« genannt. Goethes literarische Produktion jener Jahre litt etwas unter seinem beruflichen Engagement. Immerhin entstanden in dieser Zeit einige seiner schönsten Gedichte. Seine Dramen blieben lange unvollendet. Dafür verfasste er »Meine Göttin«, »Der Erlkönig« und »Das Göttliche« sowie erstmals im Sinne der Klassik, die »Zueignung«.

Von herausragender Bedeutung für die deutsche Literaturgeschichte wurde Goethes Reise nach Italien in den Jahren 1786 bis 1788. Unter dem intensiven Eindruck der antiken Kunst reifte in dem Dichter das Gedankengut der Klassik heran. Seine bedeutendsten Dramen schrieb oder bearbeitete er in Italien. So brachte er »Iphigenie auf Tauris« in ihre endgültige Form, beendete den »Egmont« und arbeitete an »Faust«, »Torquato Tasso« und >Wilhelm Meister«.

Das Jahr seiner Rückkehr nach Weimar war gekennzeichnet von der beginnenden Liaison mit Christiane Vulpius und dem Bruch mit Charlotte von Stein. Das erste Zusammentreffen mit Schiller in Rudolstadt dagegen war eine Enttäuschung. 1789 kam Goethes Sohn August zur Welt. Er war das erste und einzige überlebende Kind, das der Dichter mit Christiane Vulpius hatte. 1791 übernahm der Dichter die Leitung des Weimarer Hoftheaters, bei der er von 1796 bis 1805 mit Schiller zusammenarbeitete. Im Jahr darauf begleitete er seinen Herzog auf dem Feldzug in Frankreich, auf dem er unter anderem die Kanonade von Valmy und die Belagerung von Mainz miterlebte.

Das Jahr 1794 markiert ebenfalls einen Meilenstein in der künstlerischen Entwicklung Goethes. Zwischen ihm und Schiller begann sich eine rege Freundschaft zu entwickeln, die von gegenseitiger Hochachtung geprägt war. Die anfängliche Abneigung war bald vergessen. Goethes dichterisches Schaffen bekam neuen Antrieb. Bis zu Schillers Tod 1805 herrschte zwischen den beiden Meistern eine enge Beziehung. Goethe verlor mit Friedrich Schiller seinen zeitlebens wichtigsten Kritiker und Förderer. Er wandte sich nach dem Tode Schillers mehr und mehr ab vom klassischen Ideal.

Im Jahr 1806, mit immerhin 57 Jahren, ging der Dichter seine erste und einzige Ehe ein. Seine Gattin wurde Christiane Vulpius, mit der er seit Jahren zusammengelebt hatte. Im Jahr seiner Eheschließung beendete Goethe sein bedeutendstes Drama, den »Faust« (i. Teil), eine Arbeit, die ihn sein ganzes dichterisches Leben lang begleitet hatte.

Christiane Vulpius war nicht die letzte Frau in Goethes Leben. Neben seiner Liebe zu Marianne von Willemer, der er auf einer Reise an den Rhein in den Jahren 1814/15 begegnete, spielte vor allem Ulrike von Levetzow eine Rolle, eine junge Frau von 19 Jahren, um deren Hand er, der inzwischen 74jährige Witwer (Christiane war 1816 gestorben), 1823 anhielt.

 

     
Auch schöpferisch war der alte Goethe in den Jahren nach der Jahrhundertwende nicht müde geworden. Viele seiner bedeutendsten Werke entstanden zwischen 1807 und 1831, darunter »Sonette«, die »Wahlverwandtschaften«, >,Wilhelm Meisters Wanderjahre«, »Dichtung und Wahrheit«, der von Goethes Liebe zur orientalischen und insbesondere persischen Dichtung geprägte »West-östliche Divan« und Taust 11«.

Der Tod seines Sohnes 1830 traf den Dichter schwer. August hinterließ ihm drei Enkelkinder. Am 22. März 1832 starb Johann Wolfgang von Goethe im Alter von 82 Jahren als einer der angesehendsten Männer seiner Zeit.

 

 

 

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