Christian Labonte

© 2002 Rudolf Edinger

1899-1992    
 

Christian Josef Labonte wurde am 18.9.1899 in Oberelbert bei Montabaur geboren. Er stammte aus einer kleinbäuerlichen Familie und besuchte von 1912-1917 das Gymnasium in Montabaur. Mit der Primareife wurde er Soldat und erlebte das Ende des 1. Weltkrieges in englischer Gefangenschaft. Vermittelt durch den Pfarrer und Geistlichen-Rat Christian Labonte - seinen Onkel - absolvierte er 1920 eine Lehre auf Schloss Johannisberg.

Danach war er 1921-22 Volontärverwalter in Molsheim/Rheinhessen. In den Jahren 1922-1924 Studierte er Landwirtschaft in Bonn-Poppelsdorf. Nach Abschluss des Studiums wurde ihm, bereits in jungen Jahren, am 1. September 1924 die Leitung der Domäne Schloss Johannisberg übertragen. Bei seinem Antritt war die Domäne wirtschaftlich ruiniert.

1928 heiratete er Clara Conrady aus Rüdesheim. Aus der Ehe gingen 2 Töchter hervor.

Im Jahr 1936 brannten die Ökonomiegebäude ab und 1942 wurden das Schloss und das Kelterhaus schwer durch Brandbomben getroffen. Labonte verstand es jedoch mit Weitblick, großem Sachverstand und viel Energie, den Weinbau auf eine neue Ertragsstufe zu stellen und der Vermarktung über die Flasche einen großen Auftrieb zu geben. Von Tokio bis San Francisco stand seine für Weinkenner markante Unterschrift, für die Güte (la bonte) der Schloss Johannisberger Weine.

Große Verdienste hat er sich auch um die Ausbildung des Winzernachwuchses erworben. Über 100 junge Winzer holten sich bei ihm das Rüstzeug für ihr späteres Leben. Für die Mitarbeiter des Schlossweingutes entwickelte er eine vorbildliche soziale Absicherung. Seine beispielhafte Arbeit machte ihn zum Mitglied im Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband und der Tarifkommission.


Labontes Rat war überall gefragt. Er war stets bereit zu helfen und leistete überall dort wo nötig seinen Beitrag.

Er war im Laufe seines Lebens u. a. als Kreislandwirt, im Kuratorium der Weinbauschule Eltville, in der Lehr- und Forschungsanstalt Geisenheim sowie im Aufsichtsrat der Spar- und Darlehnskasse tätig.

1928 war er der Gründer der "Johannisberger Weinkritik" und später auch Gründer der "Arbeitsgemeinschaft der Rheingauer Weingutsverwalter".

Nach dem 2. Weltkrieg war er Mitbegründer des Rheingauer- und des deutschen Weinbauverbandes und 1971 war er aktiv bei der Gründung des Rheingauer Weinkonvents.

Auch für das Algemeinwohl setzte er sich ein. Von 1928 bis zum Beginn der NS Zeit und nach dem Krieg bis 1972 war er Mitglied der Gemeindevertretung in Johannisberg. Von 1954 bis 1958 war er Abgeordneter des Hessischen Landtages.

 

 

Bericht im "Rheingau-Taunus Heimatbrief" Oktober 1989

Bei dem Zusammenschluss der Gemeinde mit Geisenheim leitete er als Staatsbeauftragter den Einigungsprozess.

Von 1946-bis 1972 gehörte er dem Kreistag des Rheingau-Kreise als Fraktionsführer der CDU an.

Die Errichtung des Johannisberger Wein-Wander-Weges geschah auf seine Anregung hin.

Zahlreiche Ehrungen wurden ihm für seine Arbeit Zuteil: Im Jahr 1953 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1964 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Für seine kommunalpolitische Tätigkeit erhielt er1973 durch das Land Hessen die "Freiherr-vom-Stein-Plakette". Der Rheingauer Weinbauverband ehrte ihn 1978 mit dem "Silbernen Römer".

1979 wurde er für seine Verdienste von der Stadt Geisenheim zum Ehrenbürger ernannt.

Noch zu seinen Lebzeiten, im Jahr 1989, erhielt der Weg um den Johannisberger Schlosspark seinen Namen.

 

Christian Labonte starb am 14. März 1992 in Johannisberg.

     
 
     
Quellen:
Dorfarchiv Johannisberg und
"Freut und Leid in langer Zeit" von C.J. Labonte
   
 

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