Das Schloss Hansenberg
 
 

Das Schloss Hansenberg wurde ab 1824 durch den Pädagogen und Pestalozzi Schüler Johannis de Laspeé aus Johannisberg erbaut. 

Der Johannisberger Maurersohn Johannes de Laspée wurde bei dem Schweizer Pestalozzi zum Lehrer ausgebildet und gründete 1809 in Wiesbaden eine Musterschule. Diese Schule wurde u.a. 1814 einmal von Johann Wolfgang von Goethe 1814 besucht und kritisiert. 

Zu bescheidenem Wohlstand gekommen, erfüllte sich Johannes de Laspée, 1823, einen Herzenswunsch. Er kaufte das Weingut auf dem Hansenberg in Johannisberg, nordwestlich, oberhalb des Dorfes gelegen. Hier sollte eine naturnahe Schule und Erziehungsanstalt für Waisenkinder entstehen. Dies wurde der bauliche Kern des heutigen Schlösschens. Doch bevor er sein Waisenhaus eröffnen konnte, starb er, 1825, zweiundvierzigjährig. Zu diesem Zeitpunkt war der stattliche, schön gegliederte Komplex aus einem dreigeschossigen Mitteltrakt von 5 Achsen und zwei je fünfachsigen Pavillons, noch im Rohbau. Zur Fertigstellung waren noch erhebliche finanzielle Mittel erforderlich.

Ursprüngliches Aussehen von "Schloss Hansenberg"

 

 

Nach dem Tod von de Laspeé wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer. Am 26. August 1835 ersteigerte der Stettiner Friedrich Ludwig Karl Baron von Medem das Gebäude nebst Gelände und Weinbergen für 1600 Gulden. Dan verkaufte er es am 23. Oktober 1836 an Karl August Graf von Reisach, Vorstand des Provinzialarchivs zu Koblenz für 7875 Gulden. Dieser wiederum verpfändete es schon am 11. Mai 1837 an die Frau des Regierungssekretärs Hofman zu Wiesbaden. Im Jahr 1839 übernahm es dann Egon Freiherr von Fürstenberg-Stammberg aus Bonn.

1848 versuchte Johannes de Laspées Sohn, Heinrich de Laspée, dort die von seinem Vater geplante Waisenerziehungsanstalt ins Leben zu rufen. Dabei wurde er von einem Komitee unterstützt. Er war mit seiner Idee jedoch ebenso erfolglos wie die Gebrüder Anton und Josef Petri die zusammen mit Anton Reiff zu Sossenheim, die das Haus 1854 für die Errichtung einer Schaumweinfabrik kauften.

1860 erwarb die Aktiengesellschaft "Bad Johannisberg" das Gebäude, verkaufte es allerdings schon im Folgejahr an Salomon Marix aus Eltville. Dessen Sohn Julius gab dem Gebäude im wesentlichen seine Gestalt einer vornehmen französischen Villa, nachdem er es 1871 von dem Besitzer Karl Krass aus Eltville im Jahr 1865 zurück erworben hatte.

Danach übernahm 1872 Konsul Ludwig Bauer das Anwesen für 50.000,- Gulden. Bauer war Inhaber der Moskauer Weinhandlung L. Bauer u. Co.. Er ließ das Schloss verschönern und legte die Lindenallee zur Landstrasse nach Stephanshausen an. Auf der Südseite entstand eine fast hundert Meter breite Terrasse mit traumhafter Aussicht. Bis Anfang 1930 blieb das Anwesen im Besitz seiner Familie.

 

Die folgenden Besitzer, die Eheleute Georg Weitlauf aus Johannisberg und die Eheleute Hans Reus aus Eltville betrieben dort gemeinsam eine Weinhandlung und ein Hotel-Restaurant.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände von der Bundesrepublik Deutschland erworben und es wurde eine "Katastrophenschutz-Schule" mit umfangreichen Nebengebäuden errichtet.

Im Jahr 2001 kaufte das Land Hessen den Besitz. In 2jähriger Bauzeit entstand dort für Hochbegabte Schüler die Internatsschule "Schloss Hansenberg".

   
 
Offizieller Termin zur Aufstellung des Schildes "Schloss Hasenberg" im Rahmen der Beschilderung der historischen Gebäude in Johannisberg 13.September 2003. (links Herr Söhn Zweiter Vorsitzender des MGV Cäcilia als Sponsor;  rechts der Schulleiter  der Internatschule- Schildtext Edinger)

 

Schloss Hansenberg war somit im Laufe seiner bisher ca. 180-jährigen Geschichte unter anderem Weingut, Weinhandlung, Hotel und Gaststätte, hessische Katastrophenschutzschule, Landesfeuerwehrschule und zuletzt Schulinternat.

Somit wird das Gelände wieder seiner ursprünglichen Bestimmung nach genutzt, wenn auch nicht nach dem Geist von de Laspée für Waisen, sondern als Schule für Hochbegabte.

 

      

 

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