Das "Schülerheim"

Gestiftet von Emma Mumm als Unterkunft für Frankfurter Stadtkinder, bei deren Schul- und Ferienwanderungen.

Das Grundstück im Johannisberger Wald im Distrikt "Kerzenstück" wurde von der Gemeinde zur Verfügung gestellt..

Das Gebäude wurde, ursprünglich ohne Unterkellerung, in den Jahren 1907-1912 errichtet.

Die Planung übernahm der Architekt Rohe aus Bingen.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. Mai 1912.

 

Im Text der Urkunde die dem Grundstein beigelegt wurde stand zu lesen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

  IM JAHR DES HEILS, NEUNZEHNHUNDERTZWÖLF, AM 11 TAGE DES WONNEMONDS, WURDE ALLHIER

DER GRUNDSTEIN GELEGT ZUM ERSTEN VON HERRN REKTOR ZIMMERMANN AUS FRANKFURT,

ANGEREGT UND IN HOCHHERZIGSTER WEISE VON DER EDLEN FRAU EMMA VON MUMM GESTIFTETEN

SCHÜLERHEIMS FÜR KNABEN FRANKFURTER VOLKSSCHULEN.

DES HAUSES NAMEN SEI EMMA VON MUMMSCHES SCHÜLERHEIM.

HOHER EDLER FRAUENSINN SCHUF DIES ES DENKMAL EINER WANDERFROHEN ZEIT.

GÜTIGER BÜRGERSINN DER GEMEINDE JOHANNISBERG STELLTE DEN WOHLGEEIGNETEN PLATZ ZUR

VERFÜGUNG, UND SO STEHE DENN FEST, DU WANDRERHEIM, MÜDEN EIN LABSAL UND SCHUTZ

DEM GOLDENEN RHEINGAU EINE NEUE ZIER.

SO GESCHEHEN ALS HERR REGIERUNGSPRÄSIDENT; VON MEISTER AN DER SPITZE DES REGIERUNGSBEZIRKES WIESBADEN STAND;

UND HERR GEH. REG. RAT WAGNER, LANDRAT VOM RHEINGAUKREIS WAR ALS FRANKFURTS GESCHICKE,

IN DEN HÄNDEN SEINES GROSSEN BÜRGERMEISTERS DR. ADIKES UND DES BÜRGERMEISTERS GEH. REG. RAT GRIMM ,LAGEN

UND DIE SCHULVERWALTUNG VON DEN HERREN LANDRAT VON DER ZIEHEN; STADTSCHULRAT DR. LANGEN UND DEN STADTSCHULDIREKTOREN BERBER UND LINKER GELEITET WURDE UND

ZU JOHANNISBERG HERR BÜRGERMEISTER WAGNER SEINER GEMEINDE WOHL VORSTAND.

DEM WERKE ABER VERLIEH FORM UND GESTALTUNG DER ARCHITEKT THOMAS ROHE ZU BINGEN

FRANKFURT A. M. UND JOHANNISBERG

 

Ein gleichartiges Gebäude lies Emma Mumm übrigens zur gleichen Zeit im heutigen Rüdesheimer Stadtteil Assmanshausen errichten.

Das Johannisberger Gebäude wurde am 1. Dezember 1912 eingeweiht.

 

Die Grundsteinlegung für das Schülerheim

 

Während des ersten Weltkrieges (1914-1918) diente das Anwesen vorübergehend als Lazarett. Nach dem Krieg wurde es allerdings bis 1933 wieder nach seiner ursprünglichen Bestimmung als Schülerheim und Internat genutzt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde zunächst von 1933-1936 ein Landjahrlager für Knaben und danach von 1937 bis zum Ende des Krieges bis in die letzten Kriegstage 1945 als Landjahrlager für Mädchen genutzt.

 

 
Das Schülerheim im Jahr 1939
Das Gebäude, war nach dem Krieg wieder im Besitz der Familie Mumm.  Ab Ende des Jahres 1945 wurde das Gebäude, bis 1962, als Wohnung für Flüchtlinge und obdachlose genutzt. Zeitweise lebten in dieser Zeit dort bis zu 10 Familien gleichzeitig.

Im Jahr 1963 kauft Josef Neugebauer das Anwesen von der Familie Mumm, legte einen Keller an und baute das Gebäude in den Jahren 1963-1965 komplett um. Während dieser Zeit wurde auch die Zufahrtsstraße mit einer Asphaltdecke versehen und die komplette Strom und Wasserversorgung wurden erneuert. Zunächst wurde dort ein Ausflugsrestaurant betrieben, bevor 1968 die ersten 5 Fremdenzimmer fertig gestellt wurden.

Im Jahr 1973, nach langer und schwerer Krankheit von Josef Neugebauer übernahmen Peter Neugebauer und seine Frau das Anwesen. Sie erweiterten und modernisierten es in den Jahren 1985-86 bevor sie das Hotel 1995 ihrem Sohn Markus übergaben.

Nach weiteren Umbauten Mitte der 90er Jahre betreibt die Familie Neugebauer, nun schon in der 3. Generation, im ehemaligen Schülerheim einen beliebten Hotel u. Gaststättenbetrieb.

 

 
Ich danke der Familie Neugebauer für die freundliche Unterstützung, durch Informationen und Bilder, bei der Erstellung dieser Seite.
 

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