"Burgruine" Schwarzenstein

     
"Burg Schwarzenstein" hat einen Turm und zinnen gekrönte Mauern. Auf den ersten Blick wirkt sie auf den Betrachter daher eigentlich eher wie eine mittelalterliche Burg. Tatsächlich aber ist die Burg ein Überbleibsel der in der Rheinromantik aufkeimenden Burgenbegeisterung.

Der Name der Familie Mumm ist seit 1811 eng eng mit dem Ort Johannisberg verbunden. Die Sekte der gleichnamigen Kellerei sind inzwischen Weltweit bekannt. Der Begründer dieser "Sektdynastie" der Weinhändler und Bankier Peter Arnold Mumm, einst aus Solingen nach Frankfurt gezogen, war hier in Johannisberg durch den günstigen Einkauf des 1811er Johannisberger Schlossweines, später auch als "Jahrhundertweins" bezeichnet, zu beträchtlichem Reichtum gelangt.

Der Familie Mumm wurde am 31. März 1873 ihr alter Klevischer Adelstitel "von Schwarzenstein" vom Staate Preußen erneuert. Da für einen Adelstitel auch ein "repräsentatives Stammhaus" benötigt wurde, lies hier der Sohn des Begründers der Champagnerfabrik "G. H. Mumm" in Reims, Hermann Mumm - seit 1853 dänischer Generalkonsul - durch den Frankfurter Architekten F. Schaedel in der Johannisberger Flur "Apfelbaumrech" nördlich des Ortsrandes von Johannisberg eine künstliche, romantische Ruine erbauen, die den Namen "Schwarzenstein" erhielt.

Das Gebäude diente der Familie Mumm dann als Sommerhaus.

Für ihre Verdienste um die Pflege der besten Weine des Rheingaus wurde die Familie von Mumm im Jahre 1896 von allerhöchster Stelle belohnt, indem ihr der deutsche Kaiser den erblichen Titel einer Baronie verlieh.
  

 

Die malerische Anlage besteht u. a. aus einem Rundturm, einem Salon, einer gotischen Veranda mit Zinnen und Spitzbogenfenstern sowie einer Renaissanceloggia mit Küche und Keller im Souterrain.

Die, wenn auch künstlich angelegte, Ruine ist ein idyllisches Kleinod in unvergleichlich schöner Lage mit Blick über die Weinberge auf Johannisberg und das Rheintal. Man kann den Blick von Rüdesheim bis fast nach Wiesbaden schweifen lassen.. Oberhalb des Gebäudes befindet sich eine Parkanlage.

Das Gebäude blieb lange im Familienbesitz der Familie "Mumm von Schwarzenstein", die ihren Namen 1933 in "von Mumm" ändern lies.

Im Jahr 1957 übernahm R. A. Oetker das Mumm´sche Weingut und somit auch die "Burg Schwarzenstein" welche zu einer gepflegten Gaststätte umgebaut wurde. Seit dieser Zeit wurde hier zunächst nur eine Gaststätte betrieben. Josef Neugebauer war hier Pächter, bevor dieser 1963 eine Gaststätte im ehemaligen Schülerheim eröffnete.

Im Jahr 1986 haben dann Georg und Magdalena Stark die Burg erworben und um ein kleines Hotel erweitert. Im Jahr 2004 wechselte das Anwesen erneut den Besitzer.

Heute befindet hier ein beliebter Restaurant- und Hotelbetrieb.

 
 
 

Home      Kontakt      Aktuell      Dorfarchiv      Johannisberg      Vereinszweck      Mitgliedschaft 

Impressum / Rechtlicher Hinweis

© 2002-2008

Förderkreis Weindorf  Johannisberg /  Rudolf Edinger