- Der
Johannisberger Wein-Wander-Weg

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Übersichtskarte mit der Wanderstrecke
gegenüber dem Bürgerhaus
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Das Kürzel "www" ist in Johannisberg schon lange
vor dem "World-Wide-Web" ein Begriff gewesen. Ist es doch hier als
Abkürzung auf den Wegweisern des "Wein-Wander-Weges"
zu finden. 
Der 6 Km lange Johannisberger-Wein-Wanderweg besteht aus
20 Stationen und wurde von der Johannisberger Weinkritik mit der Hilfe
von Spenden örtlicher Winzer im Jahr 1976 errichtet. Die Anregung zur Anlegung dieses
Weges gab der ehemalige Domänenrat von Schloss Johannisberg
Christian Labonte.
Start und Ziel ist die alte Kelter gegenüber dem
Johannisberger Bürgerhaus. Hier befindet sich eine Übersichtstafel mit
der Kennzeichnung der Wanderstrecke sowie die Tafeln I und XX.
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Tafel:1 - bei der alten Weinkelter
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| Am 1. Mai finden hier
alljährlich Kommentierte Wanderungen für Gruppen und Einzelpersonen statt.
Natürlich kann man die Strecke aber auch gerne jederzeit alleine
erwandern. |
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| Text der Tafel: 1
"Mon Dieu, wenn ich doch soviel Glauben
hätte, das ich Berge versetzen könnte: Der Johannisberg wäre just
derjenige, den ich mir überall nachkommen liese !"
Heinrich Heine
Zu diesem Berg sind Sie heute
gekommen zu wandern auf den Wegen des Weines, zu erweitern das Wissen um
ihn, zu Genießen die Landschaft und ihre köstliche Frucht, den Wein,
begleitet von der "Johannisberger Weinkritik" und geführt vom
Spätlese-Kurier des Jahres 1775. |
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| Text der Tafel: 2
Angebaute Rebsorten
Ortsteil (OT) Schloss Johannisberg. Flur
Nonnhöll (15. Jahrhundert). Weinberg der Nonnen in der Klaus (Tafel III)
auf der Höll/Hell = Halde, steiler Hang.
Unter den angebauten REBSORTEN dominiert
der Riesling mit 85 % der Fläche. Er tritt erstmals 1435 im Rheingau auf
und wurde im 18. Jahrhundert von hier aus verbreitet; daher der Doppelname
"Johannisberg-Riesling" in den außereuropäischen Weinbaugebieten.
Ihm folgt der 1882 in
Geisenheimgezüchtete Müller-Thurgau mit 7 %. Auf Rotwein und Neuzüchtungen
entfallen 8 %.
Durch den hohen Riesling-Anteil sind die
Erntemengen mit durchschnittlich 7000 Litern pro Hektar verhältnismäßig
bescheiden.
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| Text der Tafel: 3
Kapelle Christus in der Kelter (Tonplastik von
Anelise Degen 1964)
Lage: Klaus, benannt nach dem südlich von hier sichtbaren ehemaligen
Benediktinerinnenkloster St. Georgsklause, bekannt seit 1130 bzw. 1200.
Wein ist uralte Opfergabe der Menschheit an
Gott, im Christentum Zeichen des vergossenen Blutes Jesu Christi. "Traube
war ich, getreten bin ich, Wein werde ich." (Notker v. St. Gallen, um
950). Wer zum Dienste Gottes
hinzutritt, der Wisse, daß er zur Kelter gekommen ist. Er wird bedrängt,
zerstampft, niedergetreten, aber nicht, um in dieser Welt zugrunde zu
gehen, sondern um hinüber zu fließen in die Weinkammern unseres Gottes.
St. Augustinus (+ 430). |
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| Text der Tafel: 4
Immaculata-Kloster.
Lage: Hölle
Es wurde 1856 als Wasserheilanstalt
erbaut und betrieben. (daher der volkstümliche Name "Bad Johannisberg"),
nach 1880 als Nervenheilanstalt. 1920 kauften es die Benediktinerinnen von
der ewigen Anbetung, richteten die Gebäude als Kloster ein und erbauten
1928/29 die Kirche. Sie ist ein typisches Beispiel moderner Baugesinnung
anstelle der bis dahin üblichen Wiederholungen mittelalterlicher Stile
(z.B. Neugotik). Das Kloster wurde 1991 aufgelöst und 1993 mit Styler
Missionsschwestern neu besetzt.
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| Text der Tafel: 5 (mit
IV bezeichnet) Denkmal der Weinleserin von
A. Krams/Kiedrich Siebzehnmal mußte
nach der alten Erziehungsform (siehe Tafel XI) der Winzer im Laufe des
Jahres bei seiner Pflege den Weinstock von allen Seiten bearbeiten und ihn
schützen, damit die fleißigen Leserinnen im Oktober und November die
reifen Trauben lesen können. Heute hilft ihm dabei
die moderne Technik. Die Kosten der Lese allein betragen zur Zeit (1986)
bis zu 45 Pfennig und die einer Beerenauslese bis zu DM 35,- pro Flasche. |
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| Text der Tafel: 5
Ursprung des Weinbaus
Lage: Hölle, erwähnt vor 1180. Hölle/Hell =
Halde, steiler Hang Gegenüber, im
"Bifang" (von den üblichen Abgaben ausgegrenzter Flur) des Klosters
Johannisberg (heute Flur "Im Bienenfang"). Fundort eines römischen
Rebmessers. Nach dem Untergang des Römischen Weinbaus in der
Völkerwanderung begründete ihn Kaiser Karl der Große neu. Sein Sohn,
Kaiser Ludwig der Fromme, erwarb am 4. August 817 vom Kloster Fulda an
dieser Stelle Weinberge mit einem Ertrag von 6
Fudern Wein - frühes
Zeichen kaiserlicher Wertschätzung eines hiesigen Gewächses !
Der 817 genannte Flurname "Elisa", 1132 "Elso",
lebt weiter im Els(t)erbach, der hier die Straße unterquert, den
Johannisberg umfließt und in Winkel in den Rhein mündet. |
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| Text der Tafel: 6
n. v. |
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| Text der Tafel: 7
Winzer und Rebflächen
Lage: Mittelhölle
60 Winzer und Weingüter bearbeiten 250
Hektar = 1000 Morgen Rebfläche. Davon liegen 90 Hektar in der Gemarkung
Johannisberg, die übrigen Flächen in den Nachbargemarkungen Winkel,
Geisenheim und Rüdesheim, die von hier aus teilweise sichtbar sind.
Jenseits des Rheines das Weinbaugebiet Rheinhessen, mit 25000 Hektar
Rebfläche größtes deutsches Anbaugebiet; der Rheingau hat nur 3000 Hektar.
Weiter geht der Blick ins Nahetal mit Bad Kreuznach und nach Bingen mit
der Rochuskapelle.
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| Text der Tafel: 8
Die Klöster und der Weinbau
Lage Hölle.
Blick ins Elsterbachtal mit alten Mühlen.
Nördlicher Abschluß: Kloster Marienthal, beliebter Wallfahrtsort zur
schmerzhaften Muttergottes (Pieta von ca. 1330), heute betreut von
Franziskanerpatres. Älteste Klosterdruckerei seit 1468. Die 12 Rheingauer
Klöster (bei nur 24 Weinbaugemeinden!) erwarben sich große Verdienste um
den Weinbau, besonders die Benediktinerabtei Johannisberg (Tafel XVIIIa)
und die Zisterzienserabtei Eberbach (gegründet 1136). Letztere trieb schon
im 18. Jahrhundert ausgedehnten Handel mit Rheingauer Wein, erbaute 1499
das Riesenfaß von 100 000 Litern Inhalt und hielt durch Selektion der
Rebbestände die Weinerträge konstant. |
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| Text der Tafel: 9
Aussichtstempel, errichtet zum Abschluß der
Flurbereinigung. Lagen:
Hölle und Goldatzel (seit 1339) G. ist der volkstümliche Name für den
Vogel Pirol.
Die Flurbereinigung ist eine notwendige
und vom Staat geförderte Maßnahme zur Erhaltung der Lebensfähigkeit des
Weinbaus. Wegebau, Wasserführung und Zusammenlegung unwirtschaftlicher
Kleinparzellen zu größeren Einheiten garantiert eine bessere Rentabilität
in der Bearbeitung. Schonender Umgang mit der vorgegebenen Landschaft und
ihrer Gliederung war dabei selbstverständlich. Über Daten und Fakten
unterrichtet die Inschrift auf dem Faßboden.
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| Text der Tafel: 10
Schloss Hansenberg
Lage: Hansenberg.
Erbaut ab 1824 durch den Pädagogen
Johannes de Laspée, geboren in Johannisberg am 25. September 1783.
Begeistert von den neuen erzieherischen Methoden Pestalozzis ließ er sich
in der Schweiz von ihm ausbilden. Nach seiner Rückkehr gründete er 1809 in
Wiesbaden (de Laspée-Str.!) eine Musterschule, die bald internationalen
Ruf genoß. Mit anderen berühmten Zeitgenossen besuchte sie 1814 auch
Goethe, äußerte sich aber recht kritisch über diese Neuerungen. De Lapée
starb 1825 vor Vollendung des Hansenbergs. Seitdem hat das Gebäude
zwanzigmal den Besitzer gewechselt, war Weingut Weinhandlung, Hotel und
Gaststätte bis es 1962 an die Bundesrepublik Deutschland überging. Es
beherbergt heute die Katastrophenschutzschule des Landes Hessen. Im Norden
entstand seit 1966 das Neubaugebiet Schloßheide. |
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| Text der Tafel: 11
Blick auf Burg Schwarzenstein; Rebenerziehung
Lage: Goldatzel
Peter Arnold Mumm erbaute 1873 den
Schwarzenstein als romantischen Ruine. Diese Weinhändlerfamilie aus
Frankfurt hatte aus dem Ertrag der 1811er Weinernte des Schlosses ihr
Weingut in Johannisberg erworben. 1827 etablierte er sich mit einer
Champagnerkellerei in Reims. Seit 1948 ist der Schwarzenstein
Gutsausschank des von Mumm´schen Weingutes.
Die Erziehungsformen der Rebe und damit die
Anlage der Weinberge haben sich seit 1920 von der aufwendigen Pfahlanlage
(erste Zeile dieses Weinbergs!) geändert und weiterentwickelt zur
rationelleren Drahtanlage und von einer Zeilenbreite von 80 cm bis zu
teilweise 3,60 m. |
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| Text
der Tafel: 12 Rheingauer Rotwein
Winzergenossenschaften
Lage Schwarzenstein. Im Rheingau
wird zu ca. 10% Rotwein angebaut, in erster Linie die Sorte "Blauer
Spätburgunder" (Pinot Noir). Diese edelste Rotweinsorte haben die
Zisterzienser von Kloster Eberbach aus der burgundischen Heimat ihres
Ordens mitgebracht. Ihr Anbau ist seid 1470 nachgewiesen. Südwestlich von
hier liegt das Anwesen des ehemaligen Johannisberger Winzervereins, einer
1897 gegründeten Genossenschaft. Genossenschaftlich erfasst sind im
Rheingau rund 18% der Rebfläche. Nach Auflösung der Johannisberger
Winzergenossenschaft sind die Gebäude ("Winzerhaus") 1997 von dem Winzer
Michael Gietz käuflich erworben worden, der darin sein Weingut betreibt
und die Gaststätte weiterführt. |
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Text
der Tafel: 13 Weinbergslagen
- Lage: Vogelsang (seit 1399). Sang =
Senke
- im Gelände, von Zahlreichen Vögeln
belebt.
ehemals wurden hier 44 Lagenamen
mündlich verwendet; davon stehen 32 als Flurnamen im Kataster, und 16
wurden zur Bezeichnung der Weine gebraucht (darunter 7x Hölle). Nach der
Neuordnung des Weinrechtes von 1971 hat Johannisberg folgende Lagen:
Hölle, Mittelhölle, Hansenberg, Goldatzel, Schwarzenstein, Vogelsang,
Klaus und den Ortsteil "Schloss Johannisberg". Die Großlage ist der
Erntebringer (bekannt seit 1278), ursprünglich eine übergreifende Lage der
Gemarkungen Johannisberg und Winkel. Im alten Weinrecht als Gattungslage
anwendbar im Umkreis von 15km, ist sie jetzt bedeutend enger gefasst von
der Mitte der Gemarkung Geisenheim bis Mittelheim. Johannisberg wird
gleichzeitig als Bereichsname geführt von Lorchhausen bis Wicker |
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| Text
der Tafel: 14 Cabinet - Kabinett
Lage: Vogelsang
"Kabinett" ist seit 1971 die
Eingangsstufe der Qualitätsweine mit Prädikat. Vorher schrieb man "Cabinet"
und verwandte diese Bezeichnung für besonders typische und langlebige
Weine jeder Qualitätsstufe, also: Spätlese - Spätlese Cabinet oder Auslese
- Auslese Cabinet.
Schloß Vollrads (in Sichtweite nach NO) richtete 1728
und Kloster Eberbach (10km von hier) 1730 einen Cabinetkeller ein. Ab 1779
werden im Schloß Johannisberg Cabinetsweine geführt und unter dieser
Kurzbezeichnung (statt "Aus dem Cabinetkeller") verkauft. Nur 12 Rheingauer
Weingüter verwandten bis zur Neuregelung von 1971 dieses Adelsprädikat
eines Weines.
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| Text
der Tafel: 15 Klima
Lage: Vogelsang - gegenüber: Winkeler
Hasensprung.
Das Klima des Rheingaues ist
gekennzeichnet durch eine Jahrestemperatur von 9,5° C und eine geringe
Niederschlagsmenge von 550 mm im langjährigen Mittel. Das Klima wird
begünstigt durch die Reflektion und die "Warmwasserheizung" des Rheins.
Das Rebgelände hat im wesentlichen Nord-Südgefälle (günstig für die
Sonneneinstrahlung!) und liegt im Schutze der bewaldeten Taunushöhen (Mit
60% der Bodenfläche war der Rheingau der Waldreichste Kreis
Deutschlands!). Höchste Erhebung Hallgarter Zange im NO (580m),
Aussichtsturm mit Blick über 2/3 der Rheingauer Weinlagen. |
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| Text
der Tafel: 16 Goethe und der
Johannisberg O.T. Schloss Johannisberg
am 2. September 1814 wanderte Goethe vom
Brentanohaus in Winkel über Schloss Vollrads nach Schloss Johannisberg.
Seine landschaftlichen Eindrücke fasste er in die Verse: >> Zu des Rheins
gestreckten Flügeln, Hochgesegneten Gebreiten, Auen, die den Fluss
bespiegeln, Weingeschmückten Landesweiten, Möget - mit Gedankenflügeln -,
Ihr den treuen Freund begleiten. << Beim Besuch des Rochusfestes in Bingen
im selben Jahr schreibt er: >> Der Johannisberg herrscht über alles << und
stellt fest, wie schon vor ihm (1788) Thomas Jefferson:>> ...dass die
Magnaten unter sich keinen Rangstreit haben. Hochheimer, Johannisberger;
Rüdesheimer lassen einander gelten, nur unter den Göttern minderen Rangs
herrscht Eifersucht und Neid.<<
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| Text
der Tafel: 17a Schloss Johannisberg
Mainzer Benediktiner erbauten hier, auf dem
Bischofsberg, das erste Rheingauer Kloster um 1100. Mach Zerstörung,
Auflösung und Verpfändung kaufte es 1716 die Fürstabtei Fulda. In dieser
Zeit trägt sich das nunmehrige Schloss "mit goldenen Lettern" in die
Weinchronik ein durch Propagierung des Riesling - Anbaues, Einführung der
Flaschenabfüllung und Entdeckung der Spät- und Auslese (Tafel XVIII). 1802
säkularisiert, besaßen es nacheinander Prinz Wilhelm von Oranien, Kaiser
Napoleon und sein Marschall Kellermann, die Alliierten der Freiheitskriege
und Kaiser Franz I. von Österreich. Er schenkte es 1816 seinem
Staatskanzler Fürst Clemens von Metternich mit der Auflage, jährlich den
Zehnten der Weinernte an die Familie Habsburg zu entrichten, wozu auch der
heutige Eigentümer, Fürst Paul-Alfons von Metternich noch verpflichtet
ist. 1942 wurden Schloss und Kirche bombardiert und seitdem in leicht
veränderter Form wieder aufgebaut. Schloss Johannisberg ist Ortsteil nach
dem Weingesetz; daher die Bezeichnung "Schloss Johannisberger" für die
Weine der zu 100% mit Riesling bestockten, vollarrondierten Rebfläche von
35 Hektar.
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der Tafel: 17b Schloss- und Pfarrkirche
Baubeginn der ehemaligen Abteikirche um
1100, Weihe an St. Johannes dem Täufer (24.Juni) im Jahre 1130; daher der
Name Johannisberg statt des alten Namens Bischofsberg. Romanische
Pfeilerbasilika mit T - förmigen Grundriss. Stark beschädigt im
Bauernkrieg (1525) und durch Albrecht Akibiades von Brandenburg (1552).
Erneuert und barock umgestaltet durch die Fürstabtei Fulda (Joh.
Dientzenhofer) und klassizistisch mit dem Schloss verändert 1826 - 35
(Georg Moller). Der Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1942 brachte die
romanische Grundform wieder stärker zur Geltung. Hinzugefügt wurden
Vierungsturm, Sakristei und Vorhalle. Inventar: Pulttragender Diakon
(14.Jh.), schöne Madonna (um 1480), St. Elisabeth mit Brot und Weinkanne
(1520), der Schröter - Zunftpatron St. Nikolaus (frühes 15. Jh.) und der
Wandteppich "Christus in der Kelter" (vgl. Tafel III), 1969 gestickt vom
Johannisberger Landfrauenverein. Grab des "Vaters der Rheinromantik",
Nicolaus Vogt, + 1836. Weinverbundenes Brauchtum: Bittprozessionen vor
Christi Himmelfahrt, Erntedank am ersten Dezembersonntag, Segnung und
Austeilung des neuen Weines am Feste des "Winterhannes" (St. Johannes
Evangelist) am 27. Dezember. |
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| Text
der Tafel: 18 Spätlesekurier
Alljährlich zur Herbstzeit überbrachte ein
Kurier dem Fürstabt in Fulda reife Trauben mit der Bitte, über den
Beginn der Weinlese zu entscheiden. Der Kurier des Jahres 1775 kehrte
statt nach 8 Tagen, wie üblich, erst sehr viel später zurück. Die Gründe
der Verspätung sind unbekannt. Inzwischen waren die Trauben größtenteils
in Fäulnis übergegangen. Verwalter Johann Michael Engert war gezwungen,
die Weinlese getrennt nach grünen und faulen Trauben durchzuführen.
"Solche Wein habe ich noch nicht in den Mund gebracht" schrieb er am 10.
April 1776 nach der Probe der aus faulen Trauben gewonnenen Weine an den
Hofkellermeister Burkhard Schilda in Fulda. So lernte man diese
Erscheinung als "Edelfäule" schätzen baute die Spätlese zum System aus und
gewann Auslesen (1779 erwähnt), Beeren- und Trockenbeeren-Auslesen. Auch
der ersten Eiswein der Geschichte wurde 1858 aus gefrorenen Trauben hier
geerntet. So ist der Johannisberg die Wiege aller hohen Weinprädikate.
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| Text
der Tafel: 19 Schloßterasse
"Die Gegend immerfort bewundernd" stand
Goethe 1815 hier, wo Karl der Große (+ 814) die frühe Schneeschmelze auf
diesem Berg beobachtet hatte und Weinberge anlegen ließ, die sein Sohn,
Ludwig der Fromme, anno 817 am Elsterbach erwarb (Tafel 5).
Im Rhein liegt die Fulder Au
(Mönchs-Au), auf der sich heute eine Rebschule des Landes Hessen befindet.
Vor uns ist der 50. Breitengrad markiert, auf dem auch Mainz, die
Mittelmosel und Winnipeg (Kanada) liegen. Trotz dieser nördlichen Breite
gedeihen und fruchten hier Mandeln, Feigen Zitronen, Esskastanien sowie
Libanon und Atlaszedern.
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| Text
der Tafel: 20 Liebe Wein und
Wanderfreunde !
Ein erwanderter Weg erschließt dem
Menschen die Schönheit der Natur in besonderer Weise und bringt ihm die
Mühen des Winzers um die Rebe und ihr Produkt, den Wein, näher. Möge Ihnen
diese Natur und Gottesgabe eine rechte Erquickung schenken und einen
wirklichen Genuß bringen.
- "Was ich dort gelebt, genossen, Was mir
dorther entsprossen, Welche Freude, welche Kenntnis, Wär´ ein allzulang
Geständnis !
- Mög´ es jeden so erfreuen, die
Erfahrenen, die Neuen !"
Goethe |
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Belassen Sie es nicht beim Lesen !
Besuchen Sie Johannisberg und erwandern Sie selbst die Johannisberger
Weinlagen rund um den Geburtsort der Spätlese, mit seiner
einzigartigen Naturlandschaft am Rande des Weltkulturerbes
"Mittelrheintal". Und genießen Sie danach den Johannisberger Wein in
einer der zahlreichen Straußwirtschaften und Gutsausschänken.
Wir wünschen Ihnen dabei viel
Spaß und Freude. |
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