Johannisberg - Geburtsort der Spätlese

   Die Perle des Rheingaus

Waren Sie schon einmal zu Gast im schönen Johannisberg ?                                

Den malerischen Ortskern des historischen Weindorfes Johannisberg im Rheingau sollten Sie unbedingt einmal auf sich wirken lassen. Beherrschend  auf der Anhöhe zeigt sich das Schloss Johannisberg, ein Zentrum der Geschichte des Weinbaus.

Der 185 m über NN an der Südseite des Taunus gelegene Rheingauer Ort, seit 1972 ein Ortsteil von Geisenheim, hatte Ende 2004 2.822 Einwohner.

Johannisberg, ein Name der bei Weinfreunden in aller Welt bekannt ist und einen ausgezeichneten Ruf genießt. Nicht zu Unrecht, denn von hier ging der Ruhm der edelsten Weißweinsorte, des Rieslings, aus. 

Von hier aus erkannte und lernte man die Verfeinerung der Weinlesetechnik durch Spät- und Auslese

Die Ursache war ein Zufall: Im Jahre 1775 traf der Kurier mit Erlaubnis des Fürstabtes von Fulda zu spät im Schloss Johannisberg - damals Kloster - ein. Die schon in Fäulnis übergegangenen Trauben wurden geerntet und ergaben einen Wein von überraschender Güte. Damit wurde das Zeitalter der Qualitätsweinerzeugung eingeleitet.

Ein Denkmal erinnert an die "Entdeckung der Spätlese", an diese Sternstunde des Weinbaus, neben anderen Zeugen der seit dem Jahre 817 hier in Johannisberg gepflegten Weinkultur. Johannisberg liegt eingebettet in einer herrlichen Landschaft, die Goethe schon "hochgesegnete Gebreiten" nannte. 

Wer Johannisberg hört und außerdem den Wein liebt, dem läuft allein bei der Nennung des Namen das Wasser im Munde zusammen.

Ausgangspunkt der dreigeteilten Siedlung (Grund, Berg, Schloßheide) ist das Kloster auf dem "Bischofsberg". Die Anfänge reichen auf das Jahr 1106 zurück, als der Mainzer Erzbischof Ruthardt auf seinem Grund und Boden ein Kloster anlegen ließ, das ursprünglich dem heiligen Nikolaus, wenig später jedoch Johannes dem Täufer geweiht wurde. 

Von der Gemeinde Johannisberg waren wahrscheinlich vor der Klostergründung nur Anfänge des Ortsteiles "Grund" vorhanden. In einer Urkunde Ludwigs des Frommen aus dem Jahr 817 wird der Ort "Elisa" erwähnt, den man am Fuß des Berges nahe dem Elsterbach vermuten muss. 

Das Benediktiner-Kloster, übrigens das erste Rheingauer Kloster, auf dem Johannisberg war zunächst der Mainzer Abtei St. Alban unterstellt. Es sollte ursprünglich dem hl. Nikolaus geweiht werden. Wenig später jedoch wurde es zu Ehren Johannes des Täufers geweiht. Es erlebte bereits in den ersten beiden Jahrhunderten des Bestehens seine Blütezeit. Die Mönche sorgten dafür, dass sich Wein- und Weihrauchdüfte vermischten und sie verhalfen dem Kloster zu Reichtum und Macht. In der Folge setzten die Schrecken des Bauernkrieges (1525) und die Verwüstungen des Klosters durch den Markgrafen Albrecht Aleibiades (1552) der Abtei jedoch schwer zu.

Ein Neubeginn ergab sich 1716, als der Fürstabt von Fulda die Gebäude kaufte und statt des Klosters das jetzige Schloss errichten ließ. Johannisberg war von nun an Weinbaudomäne in geistlicher Hand, bis es im Zuge der Säkularisierung in weltlichen Besitz überging. Auf dem Wiener Kongress (1815) geriet die Domäne in den Besitz Österreichs. Der Österreichische Staatskanzler Fürst Clemens von Metternich, dessen Nachfahren das Schloss Johannisberg noch heute bewohnen, bekam es als Belohnung für seine politischen Verdienste. Die Verpflichtung, den Zehnten der Weinernte an die Familie Habsburg zu liefern, gilt bis heute. Die dörfliche Entwicklung ging vom Siedlungsplatz auf dem Berg aus, der durch das nahe Kloster bestimmt war.

In den späteren Jahren siedelten sich viele Winzer und Handwerker in Johannisberg an. Im "Grund' wurden zahlreiche Mühlen errichtet. Einige, wie die Schamari- oder die Ostermühle stehen noch heute als Zeitzeugen in der Gemarkung.

Wer das bekannte Dorf Johannisberg bereist, wird seine helle Freude an den liebevoll gestalteten und von Rosen bewachsenen Häusern haben.

Umgeben von Weinbergen zählt Johannisberg zu den schönsten Orten Hessens. 

Rosendorf Johannisberg

Der Johannisberger Wein-Wander-Weg erschließt dem Besucher die "Weingeschmückten Landesweiten" und führt sie durch die örtlichen Weinlagen. Eine südliche Vegetation im Schlossgarten - Feigen, Mandel, Zitronen - betont diese besondere klimatische Gunst für den Weinbau genau auf dem 50. Breitengrad (markiert unterhalb der Schlossterrasse).

Weithin sichtbar steht die schlossgekrönte Silhouette des Johannisbergs über dem Rheingau. Wie kleine Girlanden laufen die Weinbergszeilen bergaufwärts diesem Mittelpunkt zu. Das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss hatte so renommierte Besitzer wie Prinz Wilhelm von Oranien, Napoleon, Kaiser Franz I. von Österreich und Fürst Clemens von Metternich.

Der Dichter und Weinfreund Heinrich Heine brachte es auf den Punkt: "Wenn ich doch soviel Glauben in mir hätte, dass ich Berge versetzen könnte! Der Johannisberg wäre just der Berg, den ich mir überall nachkommen ließe."

Er befand sich dabei in werter Gesellschaft- Goethe, Bettina und Clemens Brentano, Achim von Arnim und viele andere hatten zuvor schon den rebbestockten Hang gepriesen. 

Am Vorabend des St. Rochusfestes 1814 stand Johann Wolfgang von Goethe auf den Zinnen der Brömserburg in Rüdesheim. Er genoss die Aussicht "über die unschätzbaren Weinberge" und stellte fest:

"Der Johannisberg herrscht über alles."

Am 15. August 1814 nahm Goethe von Wiesbaden aus , wo er zur Kur weilte, "den Weg ins angenehme Rheingau" und hielt für die Nachwelt fest:

Auf der Höhe über Biebrich erschaute man das weite, prächtige Flusstal mit allen Ansiedlungen innerhalb der fruchtbarsten Gauen. . . .In der Ferne glänzte vor allem das Kloster Johannisberg.

Sie sind herzlich eingeladen, es den Dichterfürsten vergangener Jahrhunderte gleichzutun und den besonderen Charakter des historischen Weindorfes kennen zulernen. Siehe auch "Sehenswertes"

Zu denjenigen, die ihr Herz an Johannisberg verloren, gehörte auch Niklas Vogt, dessen Grab sich an der Nordseite der Schlosskirche befindet. Der Rheinromantiker schwärmte:

"Der Weg auf den Johannisberg wird allmählich zum schmalen und mühsamen Pfad, man steigt zwischen den Weinreben hinauf und steht nun vor dem schönen neuen Schlosse, das eine der schönsten Aussichten des Rheingaus beherrscht. Wahrlich, diese Stelle verdient es, der Tempel des deutschen Weingottes zu sein! Vor sich hat man den Rheingau, in einer sanften Krümmung hingedehnt, den Rhein mit Inseln besät, dessen Wogen hier wie Silber funkeln und dort von den tiefen Schatten überhängender Felsen und Bäume bedeckt werden. Zahllose Flecken und Dörfer und Landhäuser und Klöster erheben sich, bald halb in Tälern versteckt, bald zwischen lieblichen Auen, bald zwischen den Bäumen der Berge. Einsam trauern zerfallene Ritterburgen auf nackten Felsen, die den frohen Ruf der Vorüberschiffenden hundertfach zurückhallen. Die Ferne verschwimmt in unbestimmten Umrissen und wiegt Herz und Phantasie in ein stilles Sehnen nach dem Unbekannten, das uns wehmütig ergreift wie das beginnende Weh der Heimat. 

In den Weinbergen oberhalb von Johannisberg steht Schloss Hansenberg.

Hier war zuletzt lange Zeit eine Katastrophenschutzschule und danach bis zum Jahr 2000 die Hessische Landesfeuerwehrschule untergebracht. 

Das Schloss geht auf das Jahr 1823 zurück. 

Ursprünglich wurde es von dem Pädagogen und Pestalozzi-Schüler Johannes de Laspee als Armen- und Waisenhaus geplant. 

 

 

In der ehemaligen Flur "Apfelbaumrech" ließ sich die Familie Mumm von Schwarzenstein, die mit Johannisberger Weinen große Geschäfte machte, 1873 eine künstliche Ruine mit Park errichten. Sie erhielt den Namen "Schwarzenstein", der fortan auch für die umliegenden Weinberge üblich wurde.

Die malerische Anlage besteht aus einem Rundturm, einem Salon und einer langen Veranda in gotischer Architektur. Heute wird das Gebäude als Gutsausschank genutzt. 

            Burg Schwarzenstein          (Foto:  R. Edinger)

Weitere Beachtung lenkt das Immaculatakloster an der Abzweigung der Straße nach Marienthal auf sich, das um 1850 als Sanatorium erbaut, 1920 an die Benediktinerinnen der ewigen Anbetung verkauft wurde und heute noch als religiöses Zentrum genutzt wird.

Im September feierten die Johannisberger bis 1999 alljährlich ihr Weinfest, das "Fest des Weines und der Rosen". Seit 2001 gibt es das Schloss- und Dorffest.

Sehenswert ist natürlich, nicht zuletzt auch, die 1130 geweihte Basilika "St. Johannis der Täufer".

In den Sommermonaten finden hier auch viele Veranstaltungen des "Rheingau-Musik-Festivals" statt.

Der Stadtteil Johannisberg ist seit 1966 mit der französischen Weinbaugemeinde PULIGNY-MONTRACHET / Burgund, verschwistert.

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